Pflanzenporträts - Wissenswertes zu Pflanzen

Kräuter: Türkischer Drachenkopf

Drachenköpfe (Dracocephalum) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Die Blüten sind es auch, die an den Kopf eines Drachen mit aufgesperrtem Maul erinnern. Der Türkische Drachenkopf

(D. moldavica), auch Moldawische Melisse genannt, kommt natürlich auf dem Balkan, in Südsibirien und vor allem in Mittelasien vor. Er ist seit dem 16. Jahrhundert als Tee- und Aromapflanze auch in unseren Gärten zu finden.

 

BESCHREIBUNG: Die einjährige krautige Pflanze treibt mehrere aufrechte, sich verzweigende Stängel. Sie sind leicht behaart, besitzen eine purpurne Färbung und werden zwischen 30 und 60 cm hoch. Die länglich-ovalen Blätter mit abgerundeter Spitze sind am Rand gefurcht. Von Juli bis August erscheint an den Triebspitzen eine Großzahl von leuchtend blauen Blüten in Rispen. Sie bieten Bienen, Hummeln und Schmetterlingen eine hohe Nektarqualität und ermöglichen höhere Honigerträge als Raps oder Phazelia.

 

ANBAU: Die Pflanzen gedeihen in der Natur auf steinig-trockenem Untergrund,
sogar in Höhenlagen über 2.000 m. Sie sind zwar wärme liebend, stellen aber

keine hohen Ansprüche an die klimatischen Bedingungen. Am besten werden sie ab April/Mai auf magerem, kalkhaltigem, vor allem aber durchlässigem Boden breitwürfig oder in Reihen von 20 cm Abstand ausgesät. Bei 2-3 cm Saattiefe gehen sie in der Regel nach etwa 10 Tagen auf. So schmücken sie als hübsche Sommerblumen sonnige Kräuter- und Naturgärten und haben sich auch als attraktive Partner neben Rosen bewährt. Die Blüten eignen sich zudem gut zum Schnitt für die Vase.

 

ERNTE UND VERWENDUNG: Die jungen Triebspitzen und Blätter werden vor der Blüte geerntet, wenn der Gehalt an ätherischem Öl am höchsten ist. Sie werden anschließend luftig und geschützt vor direkter Sonnenstrahlung getrocknet und wie Pfefferminze für Tees verwendet. Das Aroma der Blüten und Blätter ist angenehm frisch, zwischen Minze und Zitronenmelisse. Der Tee wirkt entspannend und krampflösend und wird vor allem zur Unterstützung bei Verdauungsbeschwerden verabreicht. Darüber hinaus eignet sich das Kraut zur Aromatisierung verschiedenster Getränke, zum Würzen von Desserts sowie für Duftsäckchen.


Robert Sulzberger

Obstsorte: Weinrebe "Himrod"

'Himrod' ist eine beliebte, schmackhafte Naschbeere. Sie soll einer Kreuzung der amerikanischen Rebsorten 'Ontaric' und 'Sultana' ('Thompson Seedless') entstammen. Sie ähnelt etwas der Sorte 'Romulus' und gilt eher als Rarität im
mittlerweile sehr großen Sortiment an robuster Rebsorten für den naturnahen
Anbau im Hausgarten.

 

ANBAU: Empfehlenswert sind windgeschützte Standorte. Die Winterhärte von
'Himrod' ist gut, das Holz relativ frosthart. Probleme bereiten in Randlagen dennoch Spätfröste, die den Ertrag stark mindern können. Der Wuchs ist aufrecht und stark. Die Beeren sind gut pilzfest. In Sachen Fruchtbehang lag 'Himrod' im Vergleich zu anderen Sorten im Coburger Obstlehrgarten allerdings nur im Mittelfeld.

Im Hinblick auf die Erziehung wird ein eher langer Schnitt mit Ruten von 6-8
Augen empfohlen, um einen zufriedenstellenden Ertrag zu erzielen.

 

REIFE: 'Himrod' reift sehr früh, je nach Witterung und Anbaulage schon ab Mitte August, und eignet sich daher auch für den Anbau in weinbaulichen Randlagen. In der Ausreife liegt die Sorte vor 'Romulus'. Aus den Beeren, die nach der Ausreife am Stock geblieben sind, lassen sich auch Rosinen gewinnen. Sie sollten hierfür allerdings rechtzeitig vor Vogelfraß geschützt werden.

 

FRÜCHTE: Die kleinen bis mittelgroßen, weißgelben Beeren mit einem Durchmesser von etwa 12 mm hängen an mittelgroßen, locker aufgebauten Trauben. Die Beeren gelten als kernlos: Im Innern der Frucht sind nämlich nur verkümmerte Kernrudimente vorhanden. Die dünne weiß-gelbe Schale stört kaum beim Essen. Die Schalenoberfläche ist sporadisch mit sehr kleinen, braunen Punkten durchsetzt. Der feine Geschmack der Beeren ist fruchtig, zart würzig und erinnert manchmal ein wenig an Himbeeren. Von den Besuchern auf der »Coburger Weinlese« wurden die Früchte von 'Himrod' als süß bis sehr süß eingestuft. Diese Sorte konnte sich im Laufe der letzten Jahre unter den 18 getesteten Rebsorten am Standort Coburg immer unter den Top 3 platzieren.

 

Thomas Neder