Pflanzenporträts - Wissenswertes zu Pflanzen

Kübelpflanze: Ruhmeskrone

Die Pflanze mit dem eigenartig geformten, knolligen, unterirdischen Wurzelstock ist eine der schönsten Zierpflanzen. Die staudige Kletterpflanze zieht man in Kübeln oder größeren Töpfen. Diese lassen sich ab Ende Mai ins Freie stellen.

Heimat der Ruhmeskrone (Gloriosa superba) ist das mittlere Afrika mit besonders reichem Vorkommen in Uganda. Bei uns wird der rhizomartige Wurzelstock im Frühjahr gemeinsam mit Dahlien und Gladiolen angeboten.

 

DIE PFLANZE: Die Ruhmeskrone entwickelt bis 2 m lange Triebe, die oben oft
verzweigt sind. Die Blätter sind länglich sitzend und glänzend grün, am Ende in einer Rankenspitze ausgezogen.

Die Blüten sitzen auf 10-20 cm langen, drahtigen Stielen. Sie haben 6-10 cm lange Kronblätter. Die Abschnitte sind dabei stark zurückgeschlagen. Die Ränder sind gelb gefärbt, gekraust und gewellt. Die Grundfarbe ist scharlachrot, an der Basis mit einem purpurnen Fleck versehen, die Farben können aber auch etwas variieren. Die Frucht ist eine längliche oder verkehrt
eiförmige, fleischige Kapsel mit zahlreichen Samenkörnern. Die Pflanze ist giftig, besonders die Knolle.

 

PFLEGE UND VERMEHRUNG: Die Knolle setzt man in ein Substrat aus Zimmerpflanzenerde, vermischt mit reichlich Sand sowie Horn- und  Knochenmehl. Der zu dieser Zeit sichtbare Keim muss nach oben sehen. Er sollte nur einige Zentimeter mit Erde bedeckt sein. Der ganze Wurzelstock
liegt dabei schräg in der Erde. In einen Kübel kommen meist drei Pflanzen, in
einen Topf von mindestens 15 cm Durchmesser lediglich eine Pflanze.

Kultiviert wird bei 18-24 °C. Gegossen wird am Anfang wenig, mit fortschreitender Entwicklung der Pflanze immer mehr. Rechtzeitig nach dem Austrieb braucht die Pflanze eine Kletterhilfe, einen Stab oder ein Gitter, die sie mit Hilfe der Rankspitze an ihren Blättern erklimmen kann. Wenn
Nachtfröste drohen, sollten Kübel und Töpfe ins Haus.

Nach dem Abwelken sollen die Knollen bis zum nächsten Frühjahr in den Gefäßen bleiben. Ausgepflanzte Knollen werden in trockenem Sand überwintert, nicht unter 15 °C. Vermehrt werden kann durch Aussaat, wobei man bis zur Blüte etwa 2 Jahre warten muss. Günstiger ist, durch Tochterknollen zu vermehren. Die Ruhmeskrone ist auch eine vorzügliche Schnittblume.

Dr. Fritz Köhlein

Topfpf: Hüllenklaue, Punktblume

Heimat dieser hübschen Blattschmuckpflanze ist Madagaskar. Es handelt sich um einen Halbstrauch, der bis zu 1 m hoch werden kann. Sein hervorstechendes Merkmal sind die gefleckten Blätter, die die Hüllenklaue (Hypoestes phyllostachia) zu einer sehr beliebten Zimmerpflanze gemacht haben.

 

DIE PFLANZE: Die Blätter sind dunkelgrün, wobei die Flecken in Rosa, Rot oder
Weiß besonders schmückend wirken. Bei manchen Typen ist die Punktierung so verstärkt, dass die chlorophyllhaltigen grünen Zonen in der Minderheit sind. Die purpurfarbenen Röhrenblüten sind unscheinbar und klein.

 

PFLEGE: Diese hübsche Afrikanerin wird bei uns meist nur einjährig kultiviert und bleibt krautig, weil im Winter zu wenig Licht herrscht. Wenn Pflanzen zu groß geworden und nicht mehr attraktiv sind, kann man zurückschneiden, etwa auf 30 cm Höhe. Sparrige Pflanzen lassen sich noch stärker zurückschneiden.

Für eine optimale Ausprägung der Blattzeichnung ist ein heller Platz notwendig, der vor direktem Sonnenlicht geschützt sein sollte. Andernfalls verblasst die Blattfärbung. Am besten wäre gleichmäßige Wärme bei etwa

20 °C oder auch etwas darüber, im Winter nicht unter 18 °C.

Unbedingt erforderlich ist hohe Luftfeuchtigkeit. Diese kann man durch
Besprühen oder Wassergefäße in der näheren Umgebung herbeiführen. Während des Wachstums gleichmäßig mit kalkarmen Wasser feucht halten und alle 14 Tage etwas düngen, im Winter nur monatlich. Durch mehrmaliges Stutzen erzielt man buschigen Wuchs. Ein »kalter Fuß« führt oft zu Blattfall und Wurzelfäule.

Im Sommer kann man durch Zweigstecklinge vermehren, günstig sind 25 °C
Bodenwärme. Auch Aussaat im Frühling ist möglich, wobei Namenssorten hinsichtlich der Zeichnung nicht 100%ig treu fallen.

 

VERWENDUNG: Die Pflanze eignet sich für das warme Zimmer, besonders auch
für Warmhäuser, geschlossene Blumenfenster, Vitrinen, als Bodendecker in
hellen, warmen Wintergärten, junge Pflanzen auch für sogenannte

»Flaschengärten« und zur Unterpflanzung in Pflanzschalen. Besonders schöne Sorten sind 'Pink Splash' und 'White Splash'.

Dr. Fritz Köhlein

Ziergehölz: Niederliegender Spierstrauch

Der Niederliegende Spierstrauch (Spiraea decumbens) ist ein sommergrüner Zwergstrauch, der in den Alpen beheimatet ist, zwischen der Krain und Südtirol, nördlich bis nach Kärnten. Er wächst dort bevorzugt an sonnigen Hängen auf Felsen, etwa in Höhen um 800 m, ausschließlich auf Kalk.
In der Gartenkultur kann der Boden-pH aber von sauer bis alkalisch gehen.

Der Niederliegende Spierstrauch ist ein Zwerggehölz, dessen Wert vielfach unterschätzt wird.

 

DIE PFLANZE: Der Strauch wird etwa 40 cm hoch und 50 cm breit. Die Triebe
sind kahl, drahtartig und gelbbraun gefärbt, die Zweige etwas mehr rotbraun
und feintriebig. Durch Bewurzelung und reichlich Ausläuferbildung entstehen
große, geschlossene Polster. Die wechselständigen Blätter werden 1-3 cm lang, sind elliptisch, an beiden Enden spitz zulaufend, einfach oder auch
doppelt gesägt, oberseits graugrün, unterseits heller. Im Juni erscheinen am Ende der diesjährigen Triebe die Blüten. Sie stehen in ca. 3-5 cm breiten, vielblutigen, lockeren, weißen Doldenrispen, die sich aus bis zu

50 Einzelblüten zusammensetzen.

 

PFLEGE: Der Standort kann variieren zwischen sonnig und absonnig. Die Bodenansprüche sind nicht sehr hoch - jeder nicht zu nährstoffarme, durchlässige Boden ist geeignet. Er sollte jedoch eher frisch bis mäßig feucht sein. Der Spierstrauch ist absolut frosthart (Winterhärtezone 6a). Er verträgt warme Pflanzplätze und ist gut schnittverträglich. Ein jährlicher Rückschnitt sorgt dafür, dass die Pflanzen kompakt bleiben.

 

VERWENDUNG: Dieser Zwergstrauch kann etwas Auflockerung in das Einerlei
der nicht sehr umfangreichen Gehölze bringen, die sich als Bodendecker eignen. Mit ihm kann man Flächen verhältnismäßig schnell begrünen. Er ist zwar nur sornrnergrün, aber die Pflanze gleicht das mit einem beachtlichen Blütenflor und den dicht stehenden, drahtigen Stielen wieder aus. Selbst im Winter sehen solche Flächen gut aus, besonders bei Raureif. Sehr gut lassen sich auch Böschungen begrünen. Nicht zu vergessen sind Steingärten, die den natürlichen Standort besonders nahe kommen. Hier wird man allerdings nur einzeln oder in geringer Stückzahl pflanzen.

Dr. Fritz Köhlein

Bienenpflanze: Persischer Ehrenpreis

HERKUNFT: Der Persische Ehrenpreis (Veronica persica) kommt seit etwa 200
Jahren in unseren Gärten vor. Er stammt aus dem Kaukasus. Meist tritt er einjährig auf und erfreut mit seinen blauen Blütenpolstern. Leider wird er oft als »Unkraut« betrachtet. Staudengärtnereien bieten verschiedenste Arten als langblühende und unproblematische Gartenschönheiten an. Der deutsche Name bezieht sich auf die Wertschätzung des Wald-Ehrenpreis (Veronica officinalis): »Ihm sei Ehr und Preis als das einzig wahre Heilmittel.«

 

DIE PFLANZE: Die meisten Ehrenpreis-Arten bevorzugen trockene, warme Böden in Wiesen und Äckern. Erkennbar sind alle an ihren blauen Blüten. Sie tragen vier Blütenblätter mit dunklen Saftmalen, die den Insekten den Weg zu Nektar und Pollen weisen. Beim Persischen Ehrenpreis stehen die Blüten einzeln, andere Arten haben einen traubigen Blütenstand.

 

POLLEN- UND NEKTARBEDEUTUNG: Besonders hervorzuheben ist die lange
Blühdauer. Vom Frühjahr bis in den Herbst sind die Blüten eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen, Wildbienen, Hummeln und andere Insekten. Mitunter blüht er bis in den Dezember. Die Blüten öffnen sich morgens und schließen sich erst abends wieder. Ein (eiweißhaltiges) Elaiosom an den Samen ist für Ameisen eine Delikatesse. Daher tragen diese zur Verbreitung des Ehrenpreis bei. Der Pollen- und Nektarwert beträgt in der Skala von 1 bis 4 nur den Wert 2 und ist als gering einzuschätzen. Für Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge jedoch ist der Ehrenpreis unverzichtbar und als Langblüher eine Bereicherung.

 

HEILWIRKUNG: Alle wilden Ehrenpreis-Arten sind heilkräftig, wenn auch nicht

in dem Maße wie der Echte Ehrenpreis (Wald-Ehrenpreis), der meistens als Tee angewendet wird. Ihm werden in der Volksheilkunde zahlreiche Heilwirkungen zugeschrieben, bei Erkältung, Hautkrankheiten, Leberschwäche und vielem mehr. Der Persische Ehrenpreis wurde in der Volksmedizin gegen Husten verwendet. Er wirkt entzündungshemmend (wie der Wald-Ehrenpreis), schweiß-und harntreibend. Man hat Inhaltsstoffe (Aucubin, Flavonoide, Bitter- und Gerbstoffe, Saponine) entdeckt, denen eine potenzielle Wirkung gegen Krebs zugeschrieben wird.

Ulrike Windsperger