Pflanzenporträts - Wissenswertes zu Pflanzen

Kräuter: Kraut der Unsterblichkeit, Jiaogulan

Jiaogulan (Gynostemma pentaphyllum, Aussprache »Dschiau-gu-lan«) wird auch Pflanze der Unsterblichkeit oder Kraut des Lebens genannt und seit Jahrhunderten in China als Tee konsumiert. In seinen asiatischen Heimatländern wächst das Kürbisgewächs bis in 3.000 m Meereshöhe und
schlingt an Gehölzen empor. Sein gesundheitlicher Wert wird genauso hoch gehandelt wie der von Ginseng.

 

BESCHREIBUNG: Der wüchsige, mehrjährige Schlinger mit frischgrünen, fünfgliedrig gefiederten Blättern (»Fünfblatt-Ginseng«) rankt in unseren Breiten 2-3 m hoch. Im Juli / August erscheinen an den weiblichen Pflanzen Rispen aus unscheinbaren Blütensternchen. Daraus entstehen kleine runde, dunkelgrüne und später fast schwarze Beeren.

 

ANBAU: Die anspruchslose Staude gedeiht bevorzugt an schattigen, luftfeuchten Plätzen in humoser, nahrhafter Erde, auch in einem möglichst großen Gefäß. Wenn man sie nicht aus einer Ampel hängen lässt, sollte man ihr Gitter oder Seile zum Ranken anbieten und notfalls die Triebe
aufbinden. Wichtig ist eine regelmäßige Wasserversorgung!

Die Pflanzen sollen bis -15°C winterhart sein. Sie ziehen im Herbst ein und treiben im Frühjahr aus knolligen Rhizomen wieder aus. V.a. bei jungen Pflanzen empfiehlt sich eine schützende Abdeckung des Wurzelbereichs. Bei Überwinterung an einem hellen, 15-20 °C warmen Platz können aber auch den ganzen Winter über Blätter geerntet werden. Auf der Erde liegende
Triebe bilden rasch Wurzeln und können zur Vermehrung verwendet werden.

 

VERWENDUNG: Die enthaltenen Ginsenoside und anderen Saponine gleichen
denen des Ginsengs. Sie sollen stressbedingten Krankheiten, Schlaganfall und
Herzinfarkt vorbeugen. Jiaogulan stärkt den Energiehaushalt und das Immunsystem, fördert den Stoffwechsel, verbessert die Durchblutung und kann Blutzucker- und Blutfett-Werte senken - ohne bekannte Nebenwirkungen.

Aus frischen oder getrockneten Blättern lässt sich ein Tee zubereiten, der lakritzartig süsslich-herb schmeckt (1 TL in 1/4 L gekochtem Wasser 5-10 Minuten ziehen lassen). Die jungen Blätter können auch Salaten eine würzig-exotische Note verleihen oder als Gemüse zubereitet werden.

 

Robert Sulzberger

Streuobstsorte: Öhringer Blutstreifling

Die Sorte entstand als Zufallssämling und wurde erstmals zu Beginn des 20. Jh. von F. Lucas beschrieben. Der 'Öhringer Blutstreifling' wurde in den 1930ern bis in die 60er Jahre häufig in Baden-Württemberg und der Schweiz angepflanzt. Er stammt aus dem Raum Öhringen (Hohenlohe), wo 1929 noch der Mutterbaum stand. Der wohlschmeckende, feste und saftige Apfel war früher als ein vielseitiger Wirtschaftsapfel geschätzt.

 

BESCHREIBUNG: Die Krone besitzt typischerweise eine hochgewölbte Form, mit wenig verzweigten, überhängenden Fruchtästen. Anfangs ist die Sorte stark wüchsig, im Ertragsstadium allerdings wächst sie eher schwach. Die graugrünen, gefalteten, länglichen Blätter sind gut zu erkennen. Die Blüte liegt zeitlich mittelfrüh und hält relativ lange an.

 

FRUCHT: Mittelgroße, breit-eiförmige, teils kugelförmig abgeflachte Früchte mit
einer weitestgehend glatten, wachsartigen Oberfläche. Die Früchte sind anfangs hellgrün, später gelb, sonnenseitig leuchtend rot mit den namens gebenden, dunkleren Streifen durchzogen. Die Stielgrube ist weit mit einem kurzem und dickem Stiel. Das Fruchtfleisch ist weißlich, fest, saftig mit süßem Geschmack. Wenig säurehaltig. Fruchtreife Mitte Oktober, lagerfähig bis in
den April.

 

PFLEGE: Für einen guten Kronenaufbau ist ein kräftiger Erziehungsschnitt notwendig. Der Ertrag setzt früh ein, ist hoch und regelmäßig. Die Schorfanfälligkeit wird unterschiedlich beurteilt und hängt stark vom Standort ab.

 

VERWENDUNG: Ein vielseitiger Wirtschaftsapfel, der sich auch als Tafel-, Saft-
und Mostapfel verwenden lässt. Die Sorte eignet sich besonders gut zum Mischen mit säurereichen Früchten.

 

Ralf Heinzelmann/LOGL