Pflanzenporträts - Wissenswertes zu Pflanzen

Kräuter: Gewürz-Tagetes

Die 50-60 Arten der Gattung Tagetes, bei uns als Studenten- oder Sammetblume bekannt, gehören zur Familie der Korbblütler. Einige von ihnen sind als Kräuter interessant: Estragon- (Tagetes lucida) und Zitronen-Tagetes (T. tenuifolia) stammen beide aus Mittelamerika. Letztgenannte
sind bei uns beliebte und gängige Sommerblumen, während der »Mexikanische Estragon« schon bei den Azteken als Würz und Zauberpflanze gehandelt wurde.

 

BESCHREIBUNG UND ANBAU: Die zierliche Estragon-Tagetes (T. lucida) wird
50-80 cm hoch und zeigt im Spätsommer orangegelbe Blüten. Ihr anisartiges, fruchtig-süßes Aroma erinnert an Waldmeister und Estragon, ist aber wesentlich intensiver als letzterer. In frostsicheren Räumen gelingt die Kultur das ganze Jahr lang. Möglicherweise können die Pflanzen in milden Lagen den Winter (Fröste unter -10 °C) überdauern. Die Schmalblättrige oder Zitronen-
Tagetes (T. tenuifolia) wird nur 30 cm hoch und ist als unermüdlich blühende Sommerblume bekannt, die angenehm duftet. Dass die orangeroten Blüten und ihre gefiederten Blätter auch essbar sind und erfrischend-würzig nach Mandarinenschalen schmecken, ist weniger bekannt. Der Lichtkeimer kann ab April im Freien gesät werden, auch eine frühere geschützte Vorkultur ist möglich.

 

ERNTE UND VERWENDUNG: Vom Estragon-Tagetes werden die länglichen Blätter verwendet. Traditionell nutzt man sie zur Verfeinerung von Kakaogetränken. Etwas angetrocknet lässt sich Tee herstellen oder
die Sommerbowle aromatisieren. Als Gewürz eignen sich die Blätter für Salate,
Suppen und Fischgerichte. Dem Kraut wird eine beruhigende Wirkung nachgesagt, die sich auch beim Räuchern erzielen lässt. Mit den Blättern der Zitronen-Tagetes kann man Salaten und Fischgerichten ein ungewohntes Aroma verleihen. Selbst die orangeroten Blüten sind als dekorative Zutat zu Süßspeisen und Cocktails Gaumen- und Augenschmaus zugleich.

 

WEITERE ESSBARE ARTEN: Tagetes minuta eignet sich mit seinem Anis-Aroma als Salat-und Saucenwürze. T. filifolia bildet anders als die Geschwister kleine
weiße Blüten. Ihre Blätter verfügen über ein intensives Lakritzaroma, mit dem man Tee herstellen kann. Oder man nascht direkt vom Strauch.         

 

Robert Sulzberger

Bienenpflanze: Chinesische Astilbe

HERKUNFT, VORKOMMEN: Die Astilbe (Astilbe chinensis) dürfte vielen auch unter dem Namen Prachtspiere bekannt sein. Wir finden sie häufig in Gärten und Parkanlagen. Da einzelne Sorten eine stattliche Höhe bis zu 150 cm erreichen kann, ist sie ein grandioser Blickfang. Vor allem wenn sie in kräftigem Pinkton dem Garten einen neuen Aspekt verleiht, aufgrund ihrer Größe, Farbe und dem gesamten Erscheinungsbild. Die Astilbe stammt aus Ostasien. Sie gehört zur Familie der Steinbrechgewächse (Saxifragaceae).

 

EIGENSCHAFTEN: Als mehrjährige Staude bildet die Astilbe Horste. Sie ist wenig anfällig für Krankheiten und insgesamt sehr pflegeleicht. Auch von Schnecken wird sie weitestgehend verschont. Astilben wachsen bevorzugt im Halbschatten, auf sandigen oder lehmigen Böden - auch bei niedrigeren pH-Werten von 5,5 (leicht sauer) bis 7 (basisch). Der Boden sollte nährstoffreich sein für eine gute Blütenbildung und immer feucht gehalten werden, z. B. durch Mulchmaterial wie Grasschnitt, Holzhäcksel, Stroh, Heu. Der Blühzeitpunkt geht von Juli bis zum September. Die Blütenfarben reichen von
weißlich über rosa bis pink-violett.

 

ÖKOLOGISCHE BETRACHTUNG: Die Astilbe sollte wegen ihrer langen Blühzeit
in großer Anzahl gepflanzt werden. Sie ist für Bienen, Wildbienen und Hummeln eine wichtige Nahrungsquelle in blütenarmen Zeiten. Im Hochsommer befinden sich in jedem Bienenstock bis zu 50.000 Bienen. Jede
Biene kann in einer Stunde bis zu 700 Blüten besuchen. Da die Flugbienen nahezu ganztägig beim Sammeln sind, benötigen sie ein riesiges Trachtpflanzenangebot, wie z.B. Obst- oder Rapsblüten, das im Frühjahr zur Verfügung steht. Aber auch im Sommer und Herbst benötigen starke Bienenvölker ein umfangreiches Blütenangebot mit Pollen und Nektar. Für Insekten kann der Sommer aufgrund eines geringen Blühangebotes zum Fiasko werden. Seien Sie großzügig und bestücken Sie Ihren Garten mit möglichst vielen blühfreudigen Stauden, damit alle Insekten Pollen und Nektar vorfinden.

 

POLLEN- UND NEKTARBEDEUTUNG FÜR BIENEN UND INSEKTEN:

Die Pollenhöschenfarbe ist grauweiß. Beachtlich ist, das sowohl der Nektar- wie der Pollenwert bei 3 liegen, auf einer Skala von 1-4.

 

Ulrike Windsperger