Pflanzenporträts - Wissenswertes zu Pflanzen

Kübelpflanze: Signalstrauch

Der Signalstrauch (Mussaenda erythrophylla) stammt aus West- u. Zentralafrika. Er kommt dort speziell in den Regenwäldern vor. In tropischen und subtropischen Gebieten wird er häufig im Freiland gepflanzt. Die Gattung Mussaenda umfasst etwa 100 Arten von Sträuchern, Halbsträuchern und Kletterpflanzen.

 

DIE PFLANZE: Der Signalstrauch ist ein immergrüner, 2-3 m hoher, verzweigter
Strauch mit dünnen, aber kräftigen aufrechten oder kletternden Trieben. Diese
sind samtig-rot behaart. Die Blätter sind eiförmig bis rundlich, vorne zugespitzt, an der Basis keilförmig stumpf bis herzförmig, eher weich und seidig behaart. Die Oberseite ist dunkelgrün, die untere Seite hell graugrün mit roten Nerven.

Der eigenartig aufgebaute Blütenstand ist auffallend gefärbt. Die Farbgebung erfolgt jedoch nicht durch die Blüte, sondern durch ein großes Kelchblatt. Die eigentliche Blüte ist klein, etwa 2 cm breit, fünfzählig und gelblich-weiß, die Kronröhre rot gefärbt. Die Blüten sind zu kleinen Doldentrauben angeordnet.

Von den fünf Kelchblättern ist das nach außen gerichtete stark vergrößert. Es ist leuchtend rot gefärbt, im Ton zwischen Zinnober- und Scharlachrot. Von ihnen geht eine starke Signalwirkung aus. Die behaarten Früchte haben viele Samen.

 

ANSPRÜCHE, PFLEGE: Die Pflanze liebt zwar volles Licht, aber weniger direkte
Sonne. Als Substrat bevorzugt sie mäßig gedüngte, etwas lehmhaltige Topfpflanzenerde. Während des Wachstums ist reichlich zu gießen und einmal im Monat etwas Flüssigdünger zu geben, im Winter reduziert. Nach der Blüte kann die Pflanze geschnitten werden. Vermehrt wird im Sommer durch halbharte Stecklinge. Auch Aussaat bei 19-24 °C ist möglich. Als Schädlinge kommen die Weiße Fliege und die Rote Spinnmilbe vor.

Grundsätzlich kann gesagt werden, dass der Signalstrauch in Kultur etwas schwierig ist. 16 °C dürfen - auch im Winter- nicht unterschritten werden. Blühende Pflanzen sind aber ein toller Anblick, so dass sich ein Versuch mit dem Signalstrauch durchaus lohnt, sofern die äußeren Umstände passen.

Es gibt einige Sorten; meist verbreitet ist, 'Aurorae', daneben auch 'Buddahs Lampe'.

 

Dr. Fritz Köhlein

Topfpflanze: Vietnamesische Kanonierblume

Taucht man eine blühende Pflanze ins Wasser, öffnen sich alle dem Aufblühen
nahen Knospen. Durch rasches Zurückschnellen der Staubblätter wird dann der Blütenstaub fortgeschleudert. Daher die Bezeichnung Kanonierblume; sie wurde für alle Arten der Gattung übernommen - auch für solche, die diese Eigenschaft nicht haben.

Die beschriebene Pilea cadierei aus Vietnam ist die unempfindlichste und als
Topfpflanze geeignetste Art. Sie ist als Grünpflanze populär und weit verbreitet, obwohl sie erst 1938 in Vietnam entdeckt wurde und 1942 nach Europa kam.

 

DIE ART: Die Pflanze wird bis zu 30 cm hoch. Im Handel wird meist die Sorte
'Minima' angeboten, die nur 15-20 cm hoch wird. Die zwischen den Adern leicht blasig aufgetriebenen, gegenständigen Blätter zeigen auf grünem Grund silbrig-weiße Flecken, die in Reihen angeordnet sind. Die Blüten sind unscheinbar.

 

VERWENDUNG, PFLEGE: Diese relativ unempfindliche Grünpflanze will es hell
bis halbschattig, geschützt vor direkter Sonne. Sie eignet sich gut zur Zwischenpflanzung, in einem eingesenkten Topf oder auch ausgepflanzt (Blumenfenster, Wintergarten). Die üblichen Temperaturen im geheizten Zimmer werden vertragen, sogar bis 25 °C. Im Winter kann die Temperatur auf 10 °C zurückgehen.

Die Vietnamesische Kanonierblume wächst besonders gut, wenn das Substrat
mäßig, aber gleichmäßig feucht gehalten wird. Im Winter gießt man entsprechend weniger. Während der Wachstumszeit alle 2 Wochen dem Gießwasser Flüssigdünger beigeben, im Winter nur alle 4 Wochen.

Man sollte jährlich umtopfen. Geeignet ist normale Blumenerde, gerne mit etwas höheren Humusgehalt. Die Pflanze verträgt Schnitt während des ganzen Jahres. Vermehrt wird durch Stecklinge, die bei einer Bodentemperatur über 18 °C leicht bewurzeln.

 

ANDERE ARTEN: Es gibt eine Reihe von weiteren Arten und Sorten, die angeboten werden, aber höhere Temperaturen und höhere Luftfeuchte benötigen. Eine unempfindliche Art ist die Kleinblättrige Kanonierblume (Pilea microphylla). Sie kann als Flächen- oder Einfassungspflanze im Freien neben Sommerblumen als hellgrüner Bodendecker verwendet werden.
 

Dr. Fritz Kohlein

Ziergehölz: Nutka-Himbeere

Wer bei dieser Bezeichnung an vollmundig süße Himbeeren denkt, liegt leider falsch, denn die Früchte der Nutka-Himbeere (Rubus parviflorus) sind geschmacklos. Sie stammt aus Nord-Amerika (USA, Kanada und Alaska). Die botanische Art-Bezeichnung ist eigentlich falsch, denn parviflorus
heißt kleinblütig, was bei der Blütengröße von 3-6 cm nicht angebracht ist.

 

DIE PFLANZE: Es handelt sich um einen sommergrünen Strauch, der etwa

1,50 m hoch wird, unter günstigen Umständen auch höher. Die Blätter sind 3-5-lappig und 10-20 cm breit. Die einzelnen Lappen sind dreieckig, spitz bis zugespitzt, am Rand sind sie gezähnt.

Die weißen Blüten werden 3-6 cm groß. Sie stehen zu 4-8 Stück in kurzen, dichten Doldentrauben. Man kann zusammenfassend sagen: Die Blätter ähneln denen eines Ahorns, die Blüten denen einer Hundsrose,
allerdings von weißer Farbe. Die roten Früchte besitzen eine halbkugelige Form, werden bis 2 cm breit und sind wie erwähnt ungenießbar. Im Aussehen unterscheiden sie sich nicht sehr von unseren Kultur-Himbeeren.

 

 

ANSPRÜCHE, VERWENDUNG: An den Pflanzplatz werden wenig Ansprüche
gestellt, normaler Gartenboden genügt. Mit den großen und ansehnlichen Blättern, den weißen Blüten und auch den dann nachfolgenden roten Beeren, die auch Liebhaber in der Vogelwelt finden, wirkt sie dekorativ.

Unbedingt zu beachten ist aber die Verwendung: Diese Himbeere ist etwas für große Freiflächen, wo sie sich austoben kann, in großen Gärten oder auch in Parks, wo sie auch noch im Schatten von hohen Bäume wächst.

Ihr Drang, sich durch Ausläufer auszudehnen, ist nämlich gewaltig. Sicher
gibt es in manchen Gärten Ecken, die nicht genutzt werden und die mit dieser Himbeere ausgefüllt werden können. Aber wenn der Platz begrenzt ist, sollte man sicherheitshalber eine Wurzelsperre einbauen. In den ersten Jahren merkt man von der Aggressivität nichts - aber dafür in den Folgejahren umso mehr. Für kleine Gärten ist dieser Strauch aufgrund seines Ausbreitungsdrangs daher definitiv nicht geeignet!

 

Dr. Fritz Köhlein

Bienenpflanze: Acker-Glockenblume

Es gibt mehr als 300 Arten von Glockenblumen-Gewächsen. Die Acker- oder auch Rapunzel-Glockenblume (Campanula rapunculoides) ist eine heimische Art und bis nach West -Sibirien verbreitet.

 

DIE PFLANZE: Die nickenden, blau-violetten Blütenglocken erscheinen gleichzeitig auf einer Seite des unverzweigten Stängels, der bis zu 1 m hoch werden kann. Wird die Pflanze nach dem Abblühen zurückgeschnitten, blüht sie erneut. Mit dem Wurzelstock breitet sie sich aus. Die Wurzeln gehen bis in 60 cm Tiefe.

 

STANDORT UND VERWENDUNG: Ursprünglich war die Acker-Glockenblume
im Wald heimisch. Nach der Sesshaftwerdung des Menschen passte sie sich den offenen und sonnigen Flächen an, die infolge der Rodung der Wälder entstanden. Die Pflanze wächst deshalb sowohl an sonnigen wie an schattigen Stellen. Häufig ist sie an Weg-, Wald- und Ackerrändern, auf aufgelassenen Flächen, auf Wiesen oder auch an felsigen Standorten
anzutreffen. Sie gedeiht in guter Gartenerde, die eher kalkarm ist, aber auch auf trockenen oder sandigen Böden. Salzhaltige Verhältnisse verträgt sie nicht.
Die Acker-Glockenblume passt gut in Wildstaudenbeete, kann aber durch ihre
Ausbreitung auch zu dominant werden. Sie führt einen Milchsaft und enthält in
ihrer Knolle Inulin. Da Knollen und Blätter essbar sind, wurden sie im 18. Jahrhundert auf den Speiseplan gesetzt. Ebenso wurde die

Acker-Glockenblume früher in der Volksmedizin verwendet. Noch heute stellt
man Essenzen her für empfindsame Menschen und solche, die unter Lärm, Stress und Hektik leiden.

 

POLLEN- UND NEKTARBEDEUTUNG: Da die Acker-Glockenblume bis zu vier Monate lang (Juni bis September) ihre Blüten hervorbringt, ist sie für viele Insekten eine wichtige Nahrungsquelle. Die Farbe der Pollenhöschen ist blaugrau. Der Wert des Pollen- und Nektarangebot allerdings liegt auf der Skala von 1-4 jeweils nur bei 2. Viele gefährdete Wildbienen-Arten leben oligolektisch, d. h. sie ernähren sich fast ausschließlich von einer einzigen
Blühpflanze. Sand-, Glanz-, Sägehorn- und Mauerbiene sind auf Glockenblumen angewiesen. Wer etwas für die gefährdeten Insekten tun will, lässt viele dieser Wildpflanzen blühen.

 

Ulrike Windsperger