Pflanzenporträts - Wissenswertes zu Pflanzen

Kübelpflanze: Zitronenverbene/Zitronenstrauch

Das natürliche Vorkommen von Aloysia citriodora erstreckt sich über das südliche Südamerika, wo sie einen bis 5 m hohen Baum bilden kann. Bei uns ist die Zitronenverbene sowohl eine spät blühende Kübel- als auch eine Gewürzpflanze. Intensiver Zitronenduft entströmt den Blattresten, wobei der angenehme Geruch noch lange an der Hand haften bleibt. Die Zitronenverbene wird auch als Droge 'Herba Verbenae odorate' angeboten, als Tee getrunken und findet in der Parfümerieherstellung Verwendung.

 

DIE PFLANZE: Dieser sommergrüne, nicht winterharte Strauch trägt lanzettliche, kurzgestielte, zugespitzte Blätter, die 7-10 cm lang sind. Sie sind ganzrandig und in der Mitte etwas gezähnt. Auf der Blattunterseite sitzen Drüsen, welche für den Zitronenduft verantwortlich sind. Die weißlichen, unauffälligen Blüten stehen in zu Ähren vereinigten, 10-15 cm langen behaarten Rispen. Sie erscheinen im August und bei einem kräftigeren Rückschnitt im Frühjahr auch noch im September.

 

KULTUR: Geliebt wird ein sonniger, trockener, mehr nährstoffarmer Standort.
An solchen Plätzen hat der Wurzelstock bei uns schon den Winter überdauert. Überwintert wird die Kübelpflanze normalerweise in einem hellen Keller, im Wintergarten oder im Gewächshaus. Bei zu dunklem Stand werden die Blätter abgeworfen. Dabei kann die Temperatur ruhig bis knapp über dem Gefrierpunkt liegen, allerdings sollte reichlich gelüftet werden. Unter solchen Bedingungen hält sich besonders der Blattlausbefall in Grenzen. Bei hellem Stand und Temperaturen nicht unter 15°C können die Blätter rund um das Jahr geerntet werden. Im Sommer sollte ausreichend gewässert werden, bei
kühlem Stand nur wenig. Düngen nur während der Vegetationszeit, wöchentlich etwa 0,2 %ig, bei laufender Blatternte etwas mehr. Im Spätwinter kann ein kräftiger Rückschnitt erfolgen, etwa bis auf 30 cm. Mehrfach entspitzt entwickelt sich die Pflanze besonders buschig. Vermehrt wird durch krautige oder halbharte Stecklinge vom Frühjahr bis zum Frühsommer. Die Wurzel bildung macht keine Schwierigkeiten. Oft werden auch junge Pflanzen aus der Stecklingsvermehrung überwintert und die Mutterpflanzen dem Winterwetter geopfert.

 

Dr. Frtiz Kohlein

Topfpflanze: Lampionblume/Chinesische Judenkirsche

Winterharte Blütenstauden findet man neuerdings vermehrt als Topfpflanzen,
denkt man nur an die Glockenblumen. Ziemlich neu ist die Verwendung der Lampionblume, auch als Judenkirsche bekannt. Der botanische Name der in Gärten verwendeten Pflanze lautet "Physalis alkekengi var. franchetii." Ihre Heimat ist in Japan, Korea und N-China. Im Garten kann diese Staude durch die unterirdisch kriechenden Rhizome ziemlich lästig werden. Wer bei dieser Verwendung keinen Ärger haben will, sollte eine entsprechende Rhizomsperre in den Boden einbauen.

 

DIE PFLANZE: Dieses ostasiatische Nachtschattengewächs besitzt eiförmige
Blätter mit breiter Basis, die vorne kurz zugespitzt sind. Die bis 1,8 cm großen gelblichweißen Blüten sind nicht der primäre Schmuck, sondern die Fruchtbildung im Sommer und Herbst. Aus den Kelchblättern bilden sich zur Fruchtreife etwa 5 cm lange, leuchtend orange Ballons um die ebenfalls orangeroten Beeren - bekannt als Trockenblumen für Basteleien. Es gibt
davon Sorten, wie 'Gigante' (bis 100 cm hoch), 'Variegata' (Laub gelb mit cremeweißer Panaschierung) und 'Zwerg', die nur 20-30 cm hoch wird. Letztere eignet sich auch zur Topfkultur, zumal der Abstand der Ballonfrüchte zueinander nicht groß ist und kompakte Pflanzen ergibt.

 

TOPFKULTUR: Im Gegensatz zur Freilandverwendung, bei der ein etwas
frischer und kalkhaltiger Boden bevorzugt wird, sollte man getopfte Pflanzen sparsam gießen, da diese meist aus 3-4 bewurzelten Trieben bestehen, also ziemlich dicht stehen und sonst durch Fäulnis und Schimmelbildung bedroht würden. Vom Produzenten her ist diese Lampionblume im Topf auch mehr als Wegwerfpflanze gedacht. Wer kein Interesse an der Pflanze hat, sollte mit Wasser sparen, damit man recht lange seine Freude an diesem farbenfrohen Herbstgruß hat. Die Blätter vertrocknen zwar allmählich, aber die orangeroten Früchte kaschieren dieses Manko. Wer die Pflanzen weiter pflegen möchte, kann rechtzeitig im Herbst auspflanzen oder auch erst im Frühling. Bei der Überwinterung im Topf darf dieser aber nicht völlig austrocknen. Vermehrt wird durch Ausläuferschnittlinge oder auch durch Teilung. Von einer zweiten Verwendung im gleichen Topf, im Folgejahr, muss abgeraten werden.

 

Dr. Fritz Köhlein

Ziergehölz: Schwarzer Holunder

Sambuscus niqra ist in Europa und Vorderasien ein weit verbreiteter Großstrauch oder auch kleiner Baum. Den Namen Schwarzer Holunder (auch als Holler oder Fliederbeere bezeichnet) erhielt er wohl in Abgrenzung zum Trauben-Holunder, auch Roter Holunder genannt, der scharlachrote Beeren besitzt. Unabhängig davon gibt es seit einiger Zeit Sorten mit annähernd
schwarzen Blättern im Handel.

 

DIE PFLANZE: Bei freiem Wuchs kann dieser Strauch 5-7 m hoch werden, bei
einer Breite von 3-5 m. Das Wurzelsystem ist flach ausgebreitet und dicht verzweigt. Die Borke ist hellbraun und rissig. Die sommergrünen Blätter der Art sind gegenständig, unpaarig gefiedert, bis 30 cm lang, stumpf dunkelgrün, mit nicht gerade angenehmem Geruch. Die rahmweisen Blüten erscheinen von
Juni bis Juli und stehen in 10-20 cm breiten Schirmrispen. Bis zum Herbst entwickeln sich die bekannten Holunderbeeren. Es sind glänzende schwarzviolette, saftreiche Steinfrüchte. Empfindliche Personen sollten die Beeren nur gekocht genießen. Giftstoffe sind allerdings nur in den Samenkernen vorhanden.

 

SORTEN: Für den Fruchtanbau sind 12-15 Sorten im Angebot. Bekannt und weit verbreitet ist die Sorte 'Riese aus Vosloch' mit großen Fruchtständen. Im Ertrag wird sie jedoch von neueren Sorten übertroffen. Auch bei den dekorativen Gartensorten gibt es etwa 15 Züchtungen und Auslesen. Verbreitet, auch durch den Versandhandel, ist 'Black Beauty'. Diese Sorte ist sehr wüchsig. Die Blätter sind vom Austrieb bis zur Welke durchgehend schwarz (dunkelpurpurbraun) gefärbt. Die Unterseite und die Blattstiele sind mehr purpurn. Die rosa Färbung der Blüten ist je nach Standort unterschiedlich intensiv. Ähnlich ist Sambuscus niqra 'Purpurea' mit etwas helleren Blüten.

 

KULTUR: Obwohl anspruchslos, liebt auch der Holunder einen idealen Boden:
frisch, bindig, humus- und stickstoffreich. Kalk wird bevorzugt, der Holunder wächst aber auch noch in sandig-trockenem Substrat. Der Strauch ist frosthart, unempfindlich gegen Stadtklima mit hohem Ausschlagevermögen. Bei Rückschnitt im Frühjahr baut sich die Pflanze bis zum Herbst wieder auf.

 

Dr. Fritz Köhlein

Giftplanze: Die Eibe

Das Gehölz steht in Deutschland auf der Roten Liste der gefährdeten Arten und war bereits 1994 »Baum des Jahres«.

 

DER BAUM: Die Eibe ist ein Nadelbaum, der bis zu 15 m hoch werden kann und
heute nur noch selten in der Natur oder wie früher auch an Straßenrändern anzutreffen ist. Ihre Heimat sind schattige Wälder in Mittel-, West- und Südeuropa, in Nordafrika und im Kaukasus. Da immer wieder Vergiftungen beim Weidevieh und bei Pferden vorkamen, wurde der auch »Totenbaum« genannte Taxus baccata stark dezimiert. Eiben sind zweihäusig, meist mehrtriebig mit dünnen Stämmen (selten über 70 cm Durchmesser) und blühen im Allgemeinen erst ab einem Alter von 15-30 Jahren zum ersten Mal (März bis April). Außer in Gärten, für die es mehrere Sorten gibt, wird das immergrüne Gehölz auch solitär oder als Hecke auf Friedhöfen und in Parkanlagen gepflanzt, verträgt fast jeden Schnitt und ist sehr widerstandsfähig gegen Industrie- und Autoabgase.

 

INHALTSSTOFFE, GIFTWIRKUNG: In allen Pflanzenteilen, außer im Beerenfleisch

sind die Alkaloide Taxin und Ephedrin sowie Nebentoxine enthalten. Den höchsten Giftstoffgehalt haben die Nadeln. Innere Aufnahme führt nach einer halben bis anderthalb Stunden zu Erbrechen mit heftigen Koliken mit Durchfall, Pupillenerweiterung, Abschwächen des Herzschlags und schließlich zum Kollaps bzw. bei größerer Aufnahme durch Kreislauflähmung zum Tode (sonst erst nach 24 Stunden). Als tödliche Dosis gelten für den Menschen 50-100 g der Nadeln. Die aus der Eibe gewonnenen Taxone, die sich hemmend auf die Zellteilung im Körper auswirken, sind in der entsprechenden Dosierung ein wirksames Medikament gegen einige Krebsarten.

 

AUSSAAT DURCH VÖGEL: In jeder Beere befindet sich nur ein Saatkorn, das erst durch die Passage durch einen Vogelmagen keimfähig wird. Die Vögel verdauen nur den ungefährlichen Fruchtfleischmantel und scheiden das giftige Saatkorn unverletzt wieder aus. So ist die Verbreitung der Eibe sichergestellt.

 

Aus: Giftpflanzen und allergieerzeugende Pflanzen, Dr. E. Hohenberger