Pflanzenporträts - Wissenswertes zu Pflanzen

Kübelpflanze: Himmelsblüte / Traubenbeere

(Krankheiten und Schädlinge sind bei der Himmelsblüte verhältnismäßig selten, nur auf die Weiße Fliege ist zu achten, besonders bei der Kultur im

Wintergarten.)

 

Die Heimat der Himmelsblüte (Duranta erecta) sind die Antillen, Teile von Kalifornien und ein Gebiet südlich bis Brasilien. Heute ist die Pflanze auch in vielen Gärten, in anderen tropischen und subtropischen Gebieten als Zierpflanze zu finden.

 

DIE PFLANZE: Bei uns ist die Pflanze ein immergrüner Strauch für den Kübel, der stark verästelt ist und vierkantige Zweige besitzt, die sowohl dornig als auch glatt sein können. Die Blattform ist variabel. Die blauen, meist im Sommer erscheinenden Blüten stehen in Trauben und sind zu lockeren, etwa 15 cm langen Rispen vereinigt. Sie hängen dabei elegant über. Auch die orangegelben Früchte tragen zur Attraktivität bei. Die fleischige Frucht
wird etwa 1 cm groß und ist von einem vergrößerten Kelch umgeben.

Bekannt sind auch etliche Klone, die von der Art abweichen. So gibt es eine weiß blühende Variante und solche mit anders gefärbten Blättern. Die Sorte 'Variegata' hat gelbgrün panaschiertes Laub, bei 'Goldkind' ist die Blattfärbung durchgehend gelbgrün. Leider ist bei den beiden Sorten die Blütenfarbe mehr lila. Auch eine Form mit weiß panaschiertem Laub ist bekannt.

 

PFLEGE: Die Himmelsblüte liebt es warm und sonnig - Voraussetzung auch
für eine reiche Blüten- und Fruchtbildung. Ideal ist helle Überwinterung bei ca. 10 °C. Auch 5 °C werden noch akzeptiert, jedoch verliert die Pflanze dadurch Laub, was im Frühling neu gebildet werden muss. Die Himmelsblüte kann auch verhältnismäßig dunkel im gut belüfteten Keller oder der Garage überwintern. Dort ist der Blattverlust aber immer vollständig. Wer die Pflanze im temperierten Wintergarten pflegt, hat keinen Blattfall und zusätzlich eine durchgehende Blütezeit. Im Sommer ist der Wasserbedarf hoch. Während der Vegetationszeit wird wöchentlich etwa 0,2 %ig gedüngt. In tropischen Gebieten pflanzt man die Himmelsblüte auch als Hecke, sie ist also gut schnittverträglich. Gleich in den ersten Jahren muss man sich bei den Schnittmaßnahmen entscheiden, ob sie baum- oder strauchförmig gezogen werden soll. Vermehrt werden kann sowohl generativ durch Samen, als auch vegetativ durch Stecklinge. Schwierig ist oft die Samenbeschaffung. Die Keimung erfolgt bei 20 °C meist nach zwei bis vier Wochen. Stecklingsvermehrung ist unproblematisch.
 

Dr. F. Köhlein

Topfpflanze: Efeuaralie

(Hervorzuheben ist besonders die Schattenverträglichkeit der Efeuaralie. So gedeiht diese attraktive Grünpflanze auch an Treppenaufgängen und an
nordseitigen Fenstern.)

 

Die meisten Pflanzenhybriden sind durch Kreuzung nahe verwandter Arten entstanden. Es gibt jedoch auch Ausnahmen wie die Efeuaralie. Hier wurden zwei Arten verschiedener Gattungen vereinigt. Als Mutterpflanze diente die Zimmeraralie (Fatsia japonica) und als Vater der Atlantische Efeu (Hedera hibernica). Entstanden ist daraus eine der unempfindlichsten Grünpflanzen für das Zimmer, deren botanischer Name x Fatshedera lizei lautet. Bei der gängigen weißrandigen Form kommt die Sortenbezeichnung 'Variegata' hinzu.

 

DIE PFLANZE: Die Efeuaralie hat vom Efeu die Bereitschaft zum Klettern und die Blattform, daneben auch die Farbe der aufrechten Stängel, von der Aralie die Größe und den Glanz der Blätter wie auch die gesamte Gestalt. Lässt man sie frei wachsen, kann sie bis 1,8 m hoch werden. Im Herbst trägt sie Trauben blassgrüner Blüten, die unscheinbar und unfruchtbar (steril) sind. Die Sorte 'Variegata' hat attraktive creme gelb umrandete Blätter.

 

VERMEHRUNG: Vermehrt werden kann nur vegetativ. Vom Frühling bis zum Sommer schneidet man Kopfstecklinge zur Bewurzelung in einer Mischung aus Blumenerde und Sand. Dabei ist es gut, wenn die Blattlappen auf etwa 50 % der Blattfläche zurückgeschnitten werden. Bei gespannter Atmosphäre (Überstülpen eines Polybeutels oder Abdecken mit Glas) und 15-18 °C
Bodentemperatur erfolgt Wurzelbildung. Zeigt sich an den Stecklingen Wachstum, wird die Pflanze an die normale Luft gewöhnt. Auch Abmoosen ist möglich.

 

KULTUR UND PFLEGE: Junge Pflanzen sollten zugunsten buschigen Wuchses
mehrfach gestutzt werden. Die Efeuaralie kann hell bis schattig stehen, direkte Sonne ist zu meiden. Im Sommer kann sie auch ins Freie kommen, geschützt vor zu viel Wind und Sonne. Im Winter werden Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt überdauert, ideal sind jedoch ca. 10 °C. Im Zimmer wird ein nicht zu warmer, luftiger Standort bevorzugt. Beim Gießen sollte der Topfballen mildfeucht bleiben, "nasse Füße" vermeiden. Gedüngt wird alle zwei Wochen in geringen Mengen. Im Winter wird stark reduziert, aber immer dem Standort und der Temperatur angepasst. Nur auf Spinnmilben ist bei ganzjähriger Kultur im Zimmer zu achten.

 

Dr. F. Köhlein

Ziergehölz: Himalaja-Indigostrauch

(Auch wenn die Härte nicht hundertprozentig ist, zeigt sich der Indigostrauch auf Dauer als sehr robust und pflegeleicht- bei Erfüllung der angegebenen Ansprüche. )

 

Der Himalaja-Indigostrauch (Indigofera heterantha) ist im Gegensatz zu Kirilows Indigostrauch (Indigofera kirilowii), der nur bis 1 m hoch wird, eine höher wüchsige Art, die bei uns unter günstigen Umständen etwa 2 m Höhe
erreichen kann. Im nordwestlichen Himalaja, dem Naturstandort, wird der Strauch oft noch etwas höher.

 

DIE PFLANZE: Dieser vieltriebige Strauch ist ein Sommer- und Herbstblüher.
Die Zweige sind rundlich und kantig, dabei leicht gerillt und angedrückt behaart. Das Laub macht einen etwas farnartigen Eindruck. Die Blätter sind 5-10 cm lang und besitzen 13-21 Blättchen. Diese werden 1-1,5 cm lang und sind verkehrt-eiförmig, beidseitig angedrückt behaart. Die Blüten, die von Juni bis September erscheinen, sind karmin- oder purpurrosa, manchmal auch violettrosa gefärbt, werden etwa 1 cm lang und stehen zu 24 oder mehr in 7-15 cm langen Trauben. Diese sind endständig, aufrecht und dicht. Die
Einzelblüte ist etwa 13 mm groß. Die Früchte sind Hülsen. Sie werden bis
5 cm lang und sind zur Reife gebogen.

 

KULTUR UND PFLEGE: Wie bei vielen Himalaja-Gehölzen ist die Winterhärte in
Mitteleuropa nicht ganz ausreichend. Deshalb sollte man auf einen warmen, sonnigen Standort achten. Schutz, z. B. aus trockenem Laub, an der Basis ist im Winter notwendig. Zurückgefrorene Zweige werden im Frühjahr entfernt.

Man kann die Pflanze auch als Halbstrauch behandeln und schneidet im
Herbst oder Frühjahr bis auf Handbreite zurück. Die Basis wird ebenfalls geschützt, evtl. zusätzlich mit Koniferenästen. Bei gesamtem Rückschnitt bleibt der Wuchs kompakter, die Blüte beginnt später. Der Boden sollte gut durchlässig sein. Der Strauch kommt mit einem trockenen Standort zurecht, gewässert wird gelegentlich in der Anwachsphase. Bei jährlichem Rückschnitt sollte etwas gedüngt werden.

 

VERWENDUNG: Dieser Indigostrauch eignet sich als Vorpflanzung bei Gehölzgruppen (bei jährlichem Rückschnitt). Auch in den Heidegarten passt er gut sowie an die Südseite von Mauern. Hier kann das Holz gut ausreifen und wird dadurch widerstandsfähiger gegen stärkeren Frost.

 

Dr. F. Köhlein

Besonderes Obst: Mandeln

Mandeln erfreuen sich in wärmeren Weinbaugebieten größter Beliebtheit, sowohl als Straßenbegleitgrün als auch im Garten. Sie gehören zu den frühest blühenden Obstgehölzen (Januar-April), wobei bestimmte Sorten üppig blühen und darüber hinaus aromatische Früchte bilden.

 

BOTANIK: Mandeln gehören zum Steinobst und nicht zum Schalenobst, obwohl
der Aufbau mit der Walnuss vergleichbar ist. Essbar ist der Samen (Kern), der von einer steinharten Samenschale umgeben ist (Stein). Die außen liegende grüngraue, lederartige Fruchtschale reißt bei der Reife teilweise auf und muss entfernt werden (entweder manuell oder durch Überbrühen mit heißem Wasser). Die meisten Sorten sind selbststeril und benötigen einen Befruchter. Dazu eignen sich auch Pfirsichsorten mit bestem Erfolg. Innerhalb der Art Prunus dulcis (dulcis, lat. = süß) gibt es verschiedene Unterarten, von denen allerdings nicht alle essbar sind.

 

BITTERMANDEL (P. dulcis var. amara): Sie gilt als Wildform und ist als Ausgangsform für die Kulturmandelsorten anzusehen. Die Früchte schmecken bitter, was auf eine Verbindung mit Namen Amygdalin zurückzuführen ist. Bittermandeln enthalten 3-5 % Amygdalin. Aus dieser Substanz entsteht während des Verdauungsprozesses Blausäure. Typisch sind eine harte Schale
und der bittere Samen (Kern).

 

SÜSS- ODER STEINMANDEL (P. dulcis var. dulcis): Die Früchte haben nur einen
geringen Gehalte an Amygdalin und sind deshalb für den Verzehr geeignet. Typisch sind eine harte Schale und ein süßer Samen. Bsp.: 'Kleine vollkernige Süßmandel', 'Ferragnes' (Abb., oben).

 

KRACH- ODER KNACKMANDEL (P. dulcis var. fragilis): Sie ist eine weitere Unterart der Süßmandel mit dünner Schale, die mit den Fingern zerdrückt werden kann. Die Namensgebung fragilis (lat.) = zerbrechlich gibt hier einen deutlichen Hinweis. Bsp.: 'Große Prinzessmandel', 'Dürkheimer Krachmandel', 'Palatina'. Ebenfalls von Bedeutung sind die Hybriden (Kreuzungen) aus Mandel und Pfirsich mit dem Namen Mandelpfirsich (Prunus x amygdalopersica). Bsp.: 'Perle der Weinstraße', eine der schönsten Ziermandeln.


Werner Ollig