Pflanzenporträts - Wissenswertes zu Pflanzen

Kräuter: Eberraute, Colastrauch

Die Eberraute (Artemisia abrotanum), manchmal auch Zitronenkraut genannt,
stammt ursprünglich aus Vorderasien und gehört innerhalb der Familie der Korbblütler zur selben Gattung wie Estragon, Beifuß und Wermut. Neuerdings taucht in zahlreichen Gärtnereien auch die sehr ähnliche Wohlriechende Eberraute (Artemisia procera) auf unter der Bezeichnung »Colastrauch« oder »Spezi-Pflanze«, weil das Aroma der Art tatsächlich an diese Erfrischungsgetränke erinnert.

 

BESCHREIBUNG:Der Halbstrauch wird bis über 1 m hoch. Sein fein gefiedertes,
nadelförmiges Laub setzt bei Berührung ein typisches Aroma frei. Die unscheinbar gelblich-grünen Blüten erscheinen bei uns nur selten im August.

 

PFLEGE:Die Eberraute bevorzugt einen leicht humosen und etwas kalkhaltigen Boden sowie eine sonnig-warme, trockene Lage. Bei der Pflanzung sollte man nach allen Seiten etwa 40 crn Abstand halten. In der Regel genügt eine Pflanze pro Haushalt. Mit einer Reihenpflanzung lassen
sich auch Beetumrandungen und niedrige Hecken gestalten, die beim Vorübergehen ihren herben Duft freigeben. Diese Hecken sind schnittverträglich und wirken auf Schnecken eher abweisend. Die Pflanze ist bei uns winterhart, aber in rauen Lagen für einen Winterschutz dankbar. Im Frühjahr kann vor dem Austrieb etwas zurückgeschnitten werden. Am einfachsten lässt sich die Eberraute durch Stecklinge vermehren. Dazu schneidet man von Frühjahr bis Sommer leicht verholzte Kopf- oder Teilstecklinge.

 

ERNTE UND VERWERTUNG: Von Mai bis Herbst lassen sich junge Triebspitzen
gewinnen. Im Hochsommer, wenn die Blätter den höchsten Gehalt an ätherischen Ölen besitzen, kann man die unverholzten Triebe zum Trocknen ernten. Auch beim Einlegen in Essig bleibt das Aroma gut erhalten. Zum Würzen werden die Triebspitzen vorsichtig Salaten, Soßen und Braten beigegeben. Wer den Cola-Geschmack nutzen will, der kann z.B. Mineralwasser mit Hilfe eines Zweiges aromatisieren. Die ätherischen Öle, Gerb- und Bitterstoffe fördern die Verdauung und stärken den Magen, was auch in Form eines Tees zur Wirkung kommt. Schwangeren allerdings ist vom Gebrauch abzuraten.
Robert Sulzberger

Trendpflanze: Strahlenaralie

Die Strahlenaralie stammt aus Taiwan. Der Name beruht auf den strahlenförmig angeordneten Blättern. Botanisch gehört sie in die Familie der
Araliengewächse, zu der auch die Efeuarten klassifiziert werden. Es gibt etwa 200 verschiedene Arten von Aralien, aber nur wenige, die sich bei uns für die Zimmerpflanzenkultur eignen. Am häufigsten kultiviert wird die Art Scheffiera arboricola.

 

BESCHREIBUNG UND STANDORT: Die dekorative Blattpflanze ist nicht nur ein
hochkarätiger Luftverbesserer, sie fühlt sich auch an fast jedem Platz eines Raumes wohl. Sie wächst im Halbschatten genauso gut wie an einem hellen Standort. Durch die schlanke Form wird sie gerne in Ecken und Nischen gestellt. Neben den glänzend grünen Arten gibt es auch gelb- und weißgrün gefleckte Sorten mit unterschiedlichen Blattformen.

 

PFLEGE: Obwohl die Strahlenaralie aus den Tropen stammt ist sie pflegeleicht.
Sie liebt hohe Luftfeuchtigkeit, z. B. im Badezimmer, kommt auch bei trockener
Raumluft während der Heizperiode gut zurecht. Eine gelegentliche Dusche mit

lauwarmem Wasser fördert nicht nur ihr Wohlbefinden, sie befreit das Blattwerk von Staub und lässt es wieder schöner glänzen. Auch Schädlingsbefall, z. B. durch Schildläuse, wird durch regelmäßiges Abduschen verhindert. Im Sommer dürfen die Pflanzen gerne an einem geschützten Platz ohne pralle Mittagssonne im Freien stehen. Zugluft und Nachttemperaturen unter 10 °C sollten vermieden werden, sonst kann es leicht zu Blattfall kommen. Von April bis Oktober freut sich die Pflanze etwa alle 14 Tage über Nährstoffe im Gießwasser. Bei guter Pflege wächst sie dann zügig bis zu 50 cm im Jahr. Ein Umtopfen in ein lockeres und durchlässiges Substrat kann deshalb jährlich notwendig sein, der neue Topf sollte aber nicht wesentlich größer
sein. Der schlanke Wuchs kann durch das Kürzen der Haupttriebe, vorzugsweise im Frühjahr, reduziert werden und zu einem buschigeren Habitus führen. Abgeschnittenen Triebe lassen sich für neue Pflanzen leicht bewurzeln. Die Stecklinge sollten 3 ausgereifte Blätter haben. Sie können direkt in Erde gesteckt oder in ein Glas mit Wasser gestellt werden.
Maurus Senn

Obstsorte: Erdbeere 'Ostara'

'Ostara' ist zwar eine ältere, aber bis heute verbreitete, mehrfachtragende (remontierende) Erdbeersorte, die sich durch reichen Ertrag und das lange Erntefenster auszeichnet. Sie ist in vielen europäischen Ländern etabliert.

Die Sorte wurde in der 70er Jahren im Forschungsinstitut Wageningen in den
Niederlanden gezüchtet. Bei den Eltern handelt es sich um 'Red Gauntlet' und
'Macherauchs Dauerernte'.

 

BESCHREIBUNG: Diese remontierende Erdbeere wächst stark und bildet eher flache bis mittelhohe Büsche mit zahlreichen Ausläufern. Typisch für die Sorte ist der nach oben gewölbte Blattrand. Die Blätter selbst sind mittelgroß und dunkelgrün. Die Sorte blüht spät auf langen Blütenstielen, befruchtet sich selbst und zeichnet sich durch einen sehr starken Blütenansatz bis in den Herbst hinein aus. Die Blütenstände befinden sich meist auf Laubhöhe,
manchmal auch darüber. Das Erntefenster öffnet sich von Juli bis zum Frostbeginn. Passen Witterung und Standort, dann kann in der Regel einmal
wöchentlich geerntet werden. Im Laufe der Ernteperiode lässt die Fruchtgröße merklich nach. Deshalb macht es Sinn (wenn auch etwas Arbeit), die vielen Früchte im Bedarfsfall auszudünnen oder schwache Blütenstiele auch mal ganz zu entfernen, um dann fast ein Vierteljahr lang schöne Früchte ernten zu können. Die Früchte sind mittelgroß, orangerot bis rot und glänzen. Die Fruchtform lässt sich als spitz bis herzförmig mit kantiger Kontur beschreiben. Die gelblichgrünen Nüsschen sitzen an der Oberfläche. Die Erdbeeren schmecken süß-säuerlich und saftig. Das Fruchtfleisch ist relativ fest und
lässt sich gut vom Kelch lösen.

 

PFLEGE: 'Ostara' ist etwas anspruchsvoll in Sachen Standort. Optimal sagt ihr ein lockerer, humoser Boden mit ausreichend Bodenfeuchte zu. Wenn sie sich wohl fühlt, kann sie auch noch in höheren Lagen angebaut werden. Die Sorte gilt als frosthart und wegen der späten Blüte auch kaum anfällig gegen Spätfröste. Der Anbau auf schweren Böden ist wenig erfolgsversprechend. Hier treten erfahrungsgemäß neben Roter Wurzelfäule auch Blattchlorosen auf. 'Ostara' ist etwas empfindlich gegen Spinnmilben.
Thomas Neder

Bienenpflanze: Prächtige Fetthenne

Wenn sich das Gartenjahr zu Ende neigt, hat sie ihren großen Auftritt: die Prächtige Fetthenne (Sedum spectabile, neuerdings Hylotelephium), auch Schöne oder Purpur-Fetthenne genannt. Sie gehört zur Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae). Ihre Herkunft liegt in China und Korea. Erst im 19. Jahrhundert wurde sie über Frankreich und England als Zierstaude bei uns eingeführt.

 

BESCHREIBUNG: Die Prächtige Fetthenne ist eine mehrjährige krautige Pflanze. Sie besitzt ein Knollenwurzelrhizom, aus dem sich aufrechte, verzweigte Triebe mit löffelförmigen, fleischigen Blättern bilden. Die Laubblätter sind bläulich, können bis zu 10 cm lang und bis zu 5 cm breit werden und speichern Wasser. Die Pflanze erreicht eine Höhe von 40-60 cm, Die sternförmigen Blüten stehen in Trugdolden und sind rosa oder rosarot. Ihre Blütezeit dauert von Juli bis in den Oktober.

 

STANDORT UND PFLEGE: Die pflegeleichte Staude verträgt volle Sonne wie

Halbschatten. Sie bevorzugt sandig-kiesige, trockene und frische, mittlere Böden. In Steingärten ist sie häufig zu finden. Sie kann Trockenzeiten gut überstehen. Aus Stecklingen und sogar Blättern lassen sich viele Ableger machen, die sehr schnell bewurzeln. Nacktschnecken verschmähen die Fetthennen. Als Beeteinfassung bieten sie im späten Jahr ein üppiges Nahrungsangebot für Insekten. Fetthennen-Arten sind unproblematisch und anspruchslos. Sie werden daher den Klimawandel mit langen Trockenperioden oder Starkregen gut überstehen.

 

POLLEN- UND NEKTARBEDEUTUNG: In der nahrungsarmen Zeit zwischen
Hochsommer und Herbst steht ein großes Pollen- und Nektarangebot zur Verfügung. Die Blüten werden von verschiedensten Insekten-, Bienen- und Schmetterlingen aufgesucht. Der Nektar-und Pollenwert liegt bei 3 bzw. 2 auf einer Skala von 1 bis 4. Die Pollenhöschenfarbe ist braungelb. Fetthennen-Arten sind auch für Raupen vieler Schmetterlinge (z, B. Apollofalter) eine wichtige Nahrungspflanze.

 

VERWENDUNG: Während bei etlichen Sedum-Arten junge Blätter in geringen
Mengen essbar sind, sind sie bei der Prächtigen Fetthenne aufgrund des höheren Alkaloidgehalts mit Vorsicht zu genießen.
Ulrike Windsperger