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Minigärten im Quadrat

Gärtnern im Quadrat (»Squarefoot-gardening«), so heißt ein Minigarten-Hit aus Amerika. Statt in Reihen sät und pflanzt man platzsparend in einen selbst gebastelten Rahmen mit kleinen Quadraten.

 

(Die Abbildungen 1 bis 4 zeigen Möglichkeiten des »Squarefoot-gardenings«: Quadrate in der Größe von 30 x 30 cm sind ideal für kleinere Gemüse,

wie Radieschen, Pflücksalate oder auch Kräuter, 40 x 40 cm werden größeren Gemüsen, wie Tomaten, Kohlrabi, Bohnen oder Erbsen, gerecht.)

Durchdachte Abwechslung

Oft sind die fruchtbaren grünen Inseln nicht viel größer als eine Tischplatte - was auf einem der Quadrate darin wächst, deckt in etwa den Bedarf einer Mahlzeit für eine 3- bis 4-köpfige Familie: 1 Blumenkohl, 1 Brokkoli, 1 Wirsing, 1 großer Eissalat, 1 Tomatenpflanze, 1 Horst Buschbohnen, 2-3 Reihen Radieschen, 4 Salatköpfe, 5 Kohlrabis oder 500 g Spinat.

 

Nichts wird weggeworfen, kein Gemüse aus zu großen Beeten wird überständig. Sogleich wird nachgesät, wonach gerade der Sinn steht:

Radieschen, Rukola, Rettiche, Salat oder Endivien. Das ist praktisch, denn auf diese Weise kommt automatisch Abwechslung in den Speiseplan. Wird mehr gebraucht, besetzt man eben 2,3,4 oder mehr Sä- oder Pflanzfelder mit
einer Kultur. Reihen und Wege entfallen, stattdessen kann man jeden Quadratzentimeter intensiv nutzen. Der Zugang erfolgt von außen. Praktisch sind auch 20-30 cm hohe Beete, die auf einen gepflasterten Boden gesetzt sind. Zierpflanzen lassen sich ebenso leicht integrieren.

Tipp: Soll der Anbau auf steinigem oder gepflastertem Boden, auf Beton oder stark verunkrautetem Gelände erfolgen, können Sie niedrige Hochbeete aus Brettern bauen. 20 cm Höhe genügen schon für fast alle Kulturen. Legen Sie zunächst eine Folie unter dem Beet aus, das verhindert Durchwuchs von Unkraut und macht das Gärtchen pflegeleicht. Dann wird mit Hornspänen

(120 g/m-) angereicherter Kompost oder humose, nährstoffreiche Gartenerde
eingefüllt.

Gitter sorgen für Ordnung

Zum Gärtnern im Quadrat braucht man
Gitter aus Holzleisten oder Draht. Sie sind
eine einmalige Anschaffung. Als ordnendes Schema liegen sie das ganze Jahr über
auf der Erde und verhindern ein Chaos.
Dabei kann der äußere Rahmen quadratisch oder wie hier abgebildet rechteckig
sein. Ein quadratisches Beet umfasst
beispielsweise 16 Parzellen.

 

Ertragreiche Gemüse, wie Tomaten, Paprika, Pflücksalat, Eisfrisee. Prisee-Endivien, Mangold oder der mehrfach sprossende Brokkoli, verdienen den Vorzug Höhe zu gehen. Hier ist ebenso Platz für Kletterzucchini, Melonen oder Schlangengurken, die viel Ertrag auf wenig Fläche liefern. Bei geschütztem, sonnigem Standort kann man den Versuch mit ertragreichen bitterfreien Gewächshaussorten wagen.

Erntelücken schnell schließen

Auch wer nicht viel Erfahrung hat, erkennt
bald, wann eine Parzelle frei sein wird.
Rechtzeitig muss dann für Nachschub gesorgt werden. Bei Salaten, Kohlgemüsen
und Mangold ist das einfach: Man sät
dünn verteilt aus und verpflanzt die kräftigsten Exemplare nach 4-5 Wochen auf
den frei gewordenen Platz. Vom Rest bleiben 4-5 Pflanzen stehen und dürfen an Ort und Stelle weiter wachsen. Radieschen, Rettiche, Mairüben, Gelbe
Rüben und die gängigen Kräuter werden in Reihen direkt gesät, bei Bohnen bietet sich die Horstsaat (5-7 Korn pro Stelle) an. Tomaten, Gurken, Auberginen, Paprika, Fenchel und andere Pflanzgemüse aus dem Süden brauchen dagegen Vorkultur auf dem Fensterbrett in Töpfen oder Topfplatten.

 

Natürlich gelten auch hier die Regeln der Mischkultur. Neben hohe Pflanzen
passen niedrige zur Bodenbedeckung. Achten Sie darauf, dass sich die Kulturen nicht gegenseitig Licht wegnehmen und vermeiden Sie ungünstige Kombinationen, wie Bohnen mit Zwiebeln und Knoblauch, Petersilie mit Sellerie und Salaten, Gelbe mit Roten Rüben und Gurken mit Sellerie,
Rettich, Kohl und Roten Rüben.