Fachvortrag zum Thema "Die grüne Hausapotheke" am 20. Juli

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Kräuter aus der Apotheke der Natur

Gesundheit Der Gartenbauverein Wehringen

testet nicht nur Tinkturen gegen Mückenstiche

 

Wehringen Nicht nur Gartenfreunde kennen in diesem Sommer das Problem mit Stechmücken. Ganz aktuell für den mückengeplagten Sommer schwört Kräuterpädagogin Sophie Bösel auf eine von ihr selbst zubereitete Spitzwegerichtinktur, in handliche Rollstifte abgefüllt. Die nach einem Insektenstich sofort aufgetragene Tinktur könne den Juckreiz lindern und Entzündungen hemmen. Und das ist nur ein Beispiel aus ihrer Kräuterküche. Kräuter können viel mehr als nur

gut riechen, einen Salat bereichern oder als Tee genossen werden. Das konnten die zahlreichen Teilnehmer am Workshop „Die grüne Hausapotheke“ jüngst im Wasserturm in Wehringen erleben. Die examinierte Kräuterpädagogin und  Volksheilkundlerin Sophie Bösel aus Ellgau ist in Wehringen keine Unbekannte: In

der Jahreshauptversammlung des Gartenbauvereins im Frühjahr hat sie die Vereinsmitglieder bereits auf das Thema „Heilkräuter aus der Natur“ eingestimmt. Nun zeigte sie, teils assistiert von Erstem Vorsitzendem Helmut Zott, im voll besetzten

Vereinsheim praktische Tipps. In ihrer Einführung ging die Kräuterpädagogin auf die in der Naturheilkunde bekannte Wirkung, unter anderem von Johanniskraut, Schafgarbe, Ringelblume, Lavendel, Hopfen, Melisse und Frauenmantel, ein. Sie sprach dabei auch den in heimischen Gärten überwiegend wachsenden falschen Frauenmantel an.

Der echte und in der Naturheilkunde verwendete Frauenmantel ist wesentlich kleiner, und die Blätter haben an der Unterseite keine flaumige Behaarung. Der echte Frauenmantel ist nur auf Nachfrage oder in fachlich geschulten Gärtnereien zu erhalten. Bevor verschiedene Herstellungsverfahren praktisch gezeigt wurden, konnten die Teilnehmer die selbst gemachten Salben, Cremes und Balsame ausprobieren,

um deren unterschiedliche Konsistenzen und Wirkungen hautnah spüren zu können. Sophie Bösel erläuterte dazu die verschiedenen Zubereitungsformen für Salben, Öle

und Tinkturen, die Zutaten und Produktquellen sowie die benötigten Werkzeuge.

Während Salben ausschließlich aus Fetten bestehen, werden Cremes aus fetten und wässrigen Bestandteilen zusammengemischt. Dazu kommen die passenden ätherischen Öle, wie zum Beispiel gegen Erkältung aus Thymian, Eukalyptus

oder Kiefernnadeln. In die in einer Basis aus Sonnenblumenöl und Bienenwachs

frisch zubereiteten Salben durfte jeder Teilnehmer ein paar gute Gedanken mit hineinrühren, bevor sie in Dosen abgefüllt und verteilt wurden. Das Herstellen von selbst gemachten Tinkturen braucht aber mehr Zeit: Für das zehntägige „Ausziehen“ von einfachen Kräutertinkturen genügt nach Ansicht der Kräuterfrau in der Regel ein Ansatz von mindestens 38 % Alkohol, wie zum Beispiel Doppelkorn oder Wodka. Will man allerdings ätherische Öle ausziehen wie z.B. Pfefferminze, Schafgarbe oder

Kamille, muss hochprozentiger Alkohol (70 %) aus der Apotheke verwendet werden. Auch schriftliche Hinweise helfen nun den Vereinsmitgliedern in Wehringen, ihre Gartenkräuter wohltuend zu nutzen.

(H. Zott) - Zeitungsbericht der Schwabmünchner Allgemeine vom 02. August 2016