Gartler-Stammtisch Januar

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Zeitungsausschnitt 22.01.2014

Kräuterliköre beim Gartler-Stammtisch

 

-Veronika Schreier referiert über Naturmedizin aus dem eigenen Garten-

 

Wehringen   –   Mit einer grünen Gärtnerschürze stand Veronika Schreier vor einem Tisch, auf dem mehr als 30 Glasflaschen aufgereiht waren. Die Flaschen enthielten hochprozentigen Schnäpse, die Veronika Schreier einhändig mit verschiedensten Kräutern, Früchten, Blüten oder sogar Rinden angesetzt und teilweise mit Gewürzen verfeinert hatte. Und zu jedem ihrer Kräuterschnaps und Obstlikör wusste Schreier eine ausführliche Herstellungsgeschichte zu berichten und wie sich deren Einnahme, selbstverständlich in „homöopathischen Dosen“, auf das Wohlbefinden der Menschen auswirken können.

 

Zum ersten Gärtler-Stammtisch das Gartenbauverein Wehringen im neuen Jahr im Versammlungsraum im Wasserturm konnte der Vereinsvorsitzende Helmut Zott eine größere Stammtischrunde begrüßen, was offensichtlich am interessanten Thema für diesen Abend lag, nämlich der Herstellung und der Wirkungen von Kräuterlikören. Veronika Schreiber, die ehemalige Vorsitzende, experimentiert seit Jahrzehnten mit der Herstellung von selbstgemachten Kräuterlikören. Ganz nach dem Motto: „Gesundheit aus dem eigenen Garten selbst hergestellt!“. Und die Stammtisch-Besucher konnten alle Liköre auch probeverkosten.

 

Die erste Kostprobe war ein Bärlauchlikör, der besonders zur Blutreinigung und Entschlackung eingesetzt wird. Er unterstützt aber auch den Gärungsprozess im Darm bei Blähungen und krampfartigen Schmerzen und ist zudem bakterienhemmend und appetitanregend. Der Bärlauchlikör wird gerne auch bei Akne und Ekzemen eingesetzt und soll die Konzentration fördern. Kurzum: eine Naturmittel für Körper und Geist. Wegen seines nicht für jedermann angenehmen Geruchs riet Veronika Schreier den Probanten, sich die Nase beim Trinken zuzuhalten.

 

Der Walnusslikör, der leicht herb schmeckt, bezieht seine Heilwirkung aus der grünen Nuss. „So groß und wuchtig sich der Walnussbaum präsentiert, soviel Kraft und Gesundheit gibt er den Menschen ab“, philosophierte Schreier. „Walnuss ist der reinste Jungbrunnen.“ Für die Geschmacksnerven auf der Zunge ist der Walnusslikör jedoch – wider Erwarten – kein unangenehmer Genuss.

 

In Eigenversuchen hat Schreier die Erfahrung gemacht, dass die Kräuterliköre die beste Wirkung erzeugen, wenn sie regelmäßig in jeweils geringer Menge (max. 1 cl) in einem Zeitraum von max. vier Wochen eingenommen werden. Das Wichtigste dabei ist aber, dass der Heillikör morgens auf nüchternem Magen mindestens eine halbe Stunde vor dem Frühstück eingenommen wird.

 

Interessant waren auch die Ausführungen zu den Likören aus gewöhnlichen und oftmals missachteten Rasenunkräutern, wie zum Beispiel Gundermann, Vogelmiere, Gänseblümchen, Löwenzahn, Duftveilchen oder wilde Kresse. Davon, dass diese Rasenunkraut-Liköre neben ihrer Wirkung auf die Vitalität auch fein und edel schmecken, konnte sich die Stammtischrunde ausgiebig überzeugen. Und das Schönste dabei ist, dass alles mit dem kostenlosen Unkräutern aus dem eigenen Garten selbst hergestellt werden kann.

 

Einen krassen Gegensatz zu den Kräuteransätzen sind die süßen Fruchtansätze. Besonders geschätzt wird der Holderlikör, der sowohl aus den Beeren wie auch aus den Blüten angesetzt werden kann und bei Erkältungen und Fieber wahre Wunder bewirken soll.

 

Ohne schweren Kopf nach den vielen Proben, aber mit guten Hinweisen und Anregungen zum Selbermachen, endete ein informativer Abend.

 

Der nächste offene Stammtisch des Gartenbauvereins Wehringen findet wieder wie gewohnt am ersten Dienstag im Monat, also am 04. Februar 2014, im Gasthaus Karadeniz (Stegmann) statt.